Predigt vom 13.10.2019

Predigt im Gottesdienst mit Abendmahl am 13.10.19

Pfarrer Wolfgang Schlecht

Die Konfirmandengruppe gestaltet den Gottesdienst mit

 

Liebe Gemeinde, Essen ist etwas ganz Elementares. Essen ist wichtig- und viele, viele Geschichten werden dazu in der Bibel erzählt.

Selbstverständlich ist, dass in Gemeinschaft gegessen wird. Nicht irgendwo alleine- und schon gar nicht im Gehen.

Jesus ist derjenige, der Hungrige speist- und dafür sorgt, dass das, was übrigbleibt, nicht weggeworfen wird, sondern eingesammelt wird. Und Jesus ist auch derjenige, der keine Probleme hat, auch mit den Leuten zusammenzusitzen und zu essen, mit denen niemand beisammen sein möchte. Um die andere einen großen Bogen machen.

Was ist uns beim Essen wichtig? Tun wir es gemeinsam mit der Familie? Was machen wir mit dem, was übrigbleibt? Und die spannende Frage: Sprechen wir ein Tischgebet? Kennen wir ein Tischgebet?

Vielleicht sind uns besonders schöne, gemeinsame Mahlzeiten in guter Erinnerung geblieben. Essen zu besonderen Anlässen, bei Feierlichkeiten. Die Frage stellt sich nun: Was gehört denn für uns zu einem schönen Essen dazu?

(Aktion einiger aus der Konfirmandengruppe)

Wenn ein Fest vor der Tür steht, dann geben wir uns große Mühe beim Decken des Tisches. Alles soll ja schön aussehen, wenn die Gäste kommen. Und ihr, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, werdet euch sicher zusammen mit euren Familien im nächsten Jahr auch überlegen, wie der Tisch an eurem Festtag, der Konfirmation, gedeckt sein soll.

Von Jesus wird uns berichtet, dass er auch bei Festen dabei war. Einmal bei einer Hochzeit, und da wird Jesus ausgelassen und fröhlich gewesen sein. Mit seinen Freunden hat er- als Jude- auch die jüdischen Feste gefeiert. Sicher ganz oft das Passahfest. In Erinnerung daran, dass Gott sein Volk einmal aus der Sklaverei in die Freiheit geführt hat.

Und nun wird uns im Neuen Testament von einem ganz besonderen Passahfest berichtet, das Jesus gefeiert hat. Seine Freunde, die Jünger, hatten alles perfekt vorbereitet, den Raum und den Tisch hergerichtet.

Alle saßen sie nun beisammen. Jesus mit seinen Jüngern, die alle so unterschiedliche Leute waren. In der Mitte lag das Brot. Und beim Brechen des Brotes, beim Teilen, das sprach Jesus die merkwürdigen Worte: „Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird.“ Und als er dann den Kelch mit dem Saft der Trauben nahm, da sprach er: „Dieser Wein ist mein Blut, das für euch vergossen wird.“

Was Jesus damals bei diesem Fest, das wir heute Abendmahl nennen, sagen wollte, haben seine Freunde wohl erst später begriffen. Wie das Brot, so wurde auch sein Leib zerbrochen. Wie der Wein, so wurde auch sein Blut vergossen. Jesus ist am Kreuz gestorben.

Doch das sollte nicht das Letzte sein. Die Jünger haben erlebt, dass Gott seinen Sohn nicht im Tod gelassen hat. Sondern dass er lebt, dass er ihnen entgegen gegangen ist mit den Worten: „Friede sei mit euch“.

Und so ist es bis heute geblieben. Beim Abendmahl, beim Essen von Brot, beim Trinken des Weins, verinnerlichen wir uns ganz: Jesus lädt uns zu sich ein. Wir sind seine Gäste, und er ist ganz für uns da. Nichts soll uns von ihm trennen, keine Schuld, kein Versagen. Er sagt auch zu uns: Friede sei mit euch.

Jesus lädt uns immer wieder an seinen Tisch ein. Und sein Tisch steht mitten in unserer Kirche. In jeder Kirche. Diesen Tisch nennt man Altar. Und weil das Abendmahl etwas Festliches ist, darum können wir unseren Altar nicht so lassen wie er gerade aussieht. Wir müssen ihn schmücken, damit wir gleich zusammen Abendmahl feiern können.

Das tun jetzt einige aus der Konfirmandengruppe. Amen.